Ich kündige…

Wozu der ganze Stress? Die schlechte Büroluft, die Überstunden, das MBA-Studium nebenbei? Die Antwort darauf fällt nicht immer leicht. Das muss doch auch anders gehen. Das Hobby zu Geld machen zum Beispiel. Die Fußballschuhe hängen jedoch schon lange am Nagel. Beim Beachvolleyball komme ich zwar langsam über die Netzkante, aber auch der Zug ist schon lange abgefahren. Mein Kajak könnte ich am Wochenende vielleicht noch an der Außenalster vermieten – für Jogger vielleicht, die die 7,4km Runde nicht schaffen und lieber abkürzen wollen. Aber dann habe ich ja nicht wirklich mehr was davon, sondern sitze wartend am Ufer oder muss auf die andere Seite sprinten und verschwitzt mein Kajak und die 3,50 Euro für die halbe Mietstunde in Empfang nehmen.

Doch gestern habe ich die Lösung auf Seite 8 der Financial Times Deutschland gefunden und sie kommt von Google: Brian McClendon, Vice President of Engineering Google Maps, hat sie am 6. Juni in San Francisco vor versammelter Presse und anschließend in einem Post auf dem offiziellen Google Blog präsentiert: Im Rahmen des Street View Projekts sollen künftig mittels spezieller Kamerarucksäcke – Street View Trekker genannt – auch Wanderwege erfasst werden.

Luc Vincent, Engineering Director bei Google, mit dem Street View Trekker auf einer Loipe in Tahoe (c) Google

Ich tausche also Bürostuhl gegen Wanderschuhe ein, Google Kamerarucksack gegen Laptoptasche und 20qm Bürofläche gegen die Weite der Natur. Und bezahlt werde ich für etwas, für das ich bisher immer selbst bezahlt hatte. Ach… könnte das Leben doch immer so einfach sein… Allerdings frage ich mich, was Google dazu sagt, wenn ich einfach mal den geplanten Weg verlasse, weil mir spontan eine andere Strecke besser gefällt? Oder wenn ich die Amerikaner verklage – natürlich nach amerikanischem Recht, damit es sich auch lohnt – weil mich ein junger Bär für ein wandelndes Bienennest gehalten und angefallen hat? Beweise sind ja vorhanden – wird ja alles in HD aufgezeichnet.
Scheinbar ist doch alles nicht so einfach. Vielleicht behalte ich besser mal meinen Job, mein eigentlich ganz gemütliches Büro in der Hamburger Schanze mit den netten Kollegen und die Abwechslung jeden Tag. Umso mehr freue ich mich dann auf das „Ausbrechen“ aus dieser Welt im Urlaub oder an den Wochenenden. Und vielleicht nutze ich dann ja für die nächste Tourenplanung die aufgezeichneten Wanderrouten von einem der Street View Trekker da draußen.

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