These socks saved my life

Es geschah in der Tiefgarage – einer stinknormalen Tiefgarage. Neonlicht, parkende Autos und ein paar Passanten mit Kameras in den Händen. Nur eines war heute Nachmittag – es muss gegen 18 Uhr gewesen sein – irgendwie anders. Die Gruppe rennender junger Männer in schwarzen Uniformen mit der Aufschrift Men’s Health Urbanathlon passten eigentlich nicht hierher. Außer heute: Denn zum dritten Mal organisierte das Fitnessmagazin gemeinsam mit anderen Partnern und Sponsoren diesen außergewöhnlichen Hindernislauf an der Elbe. Doch dazu gleich mehr. Was geschah denn nun in dieser ominösen Tiefgarage?

Die Halfpipe vor dem Ansturm durch 3.999 Irre und mich (Bild: Men’s Health Urbanathlon)

Es war erst nur ein einzelnes, kurzes Gefühl. So, als würde ein Pfropfen in einer Blutbahn meiner rechten Wade nach oben drängen. Es wurde aber irgendwie abgewehrt und war sofort wieder weg. Mir war aber nach einer kurzen Gedankensekunde sofort klar, was das war. Und es kam wieder, war aber wieder sofort weg. Trotzdem musste ich mein Tempo verringern, denn das was da immer wieder nach oben drängte, war ein zünftiger Krampf. WTF!!! Keine 1.000 Meter mehr zu laufen. Über 10.000 hatte ich schon hinter mir. Dazu rund 1.000 Treppenstufen und 200 Höhenmeter (ich rede hier übrigens von Hamburg). Zehn der zwölf urbanen Hindernisse lagen ebenfalls bereits hinter mir. Bis hierher fühlte ich mich hervorragend – gerade auf den letzten zwei bis drei Kilometern habe ich noch viele Läufer überholt, die sich entweder übernommen oder einfach keinen Bock mehr auf die Tortur hatten. Jetzt aufzugeben wäre sowas von deprimierend gewesen – schließlich gab es auch keinerlei Anzeichen für den drohenden Totalausfall meines Zwillingswadenmuskels (@alle meine Ex-Spowis aus Jena: Lateinischer Name sowie Ansatz und Ursprung bitte?! Und das ohne nachschauen!!!).

Das haben sie sich verdient – die Socken und die Waden: Chillen auf der Couch

Aber ich hatte ja sie – knall grün, knall eng, knall geil: meine neuen Wandersocken PhD Graduated Compression Ultra Light (gerade mit 25% Rabatt bei bergfreunde.de zu haben) von den sympathischen Jungs und Mädels von Smartwool aus Colorado (USA), die gerne mal gemeinsam zur Outdoor Retail Fachmesse ins 500km entfernte Salt Lake City mit dem Fahrrad fahren. Gekauft habe ich die Socken für ein Projekt, über das ich in den nächsten Tagen und Wochen sicher mehr schreiben werde. Heute jedenfalls war der perfekte Tag, um sie zu testen. Und sie haben diesen Test mit Bravour bestanden. Natürlich weiß ich nicht, wie es mir in normalen Laufsocken ergangen wäre. Aber ich hatte schon diverse Krampferlebnisse und weiß, wie so ein Krampf wenigstens für ein paar Minuten den betroffenen Muskel komplett lahmlegt. Die Smartwool Kompressionssocken haben es ermöglicht, dass der Krampf nicht vollends ausbrach – ich habe mein Tempo angepasst und war bei den letzten beiden Hindernissen deutlich zurückhaltender.

Ich sehe was, was Du nicht siehst und das hat die Farbe GRÜN

Und so bin ich doch noch laufend nach 1:33:45h (einschließlich 25min Wartezeit an einem der Hindernisse (Halfpipe)) angekommen. Die Smartwool Socken haben mir auf dem letzten Kilometer das Leben gerettet (na gut, ist vielleicht ein bisschen übertrieben). Viel wichtiger ist für mich jedoch: Wenn die Socken das schaffen, dann werden sie auch meine Beine die sieben oder acht Tage auf dem John Muir Trail in der Sierra Nevada am Laufen halten. Denn dann bin ich mit Zelt und Co sowie kompletter Verpflegung nicht nur voll bepackt, sondern bewege mich größtenteils zwischen 2.000 bis über 4.000m. Und muss in der Zeit ca. 120 Meilen schaffen, um am Ende auf dem mit 4.421m höchsten Berg der USA außerhalb Alaskas zu stehen: den Mt. Whitney. Aber wie gesagt, in Kürze dazu mehr. Jetzt verneige ich mich erst einmal vor meinen bissig grünen Smartwool Socken. Sie haben den Test bestanden.

Hier noch ein paar Facts und Bemerkungen:
– 52% Wolle, 42% Polyamid und 6% Elastan
– wirklich sehr dünn und leicht
– anziehen etwas schwierig, weil eng, ist man aber einmal drin, fühlt man sie gar nicht mehr
– 37,95 EUR (UVP)

4 Antworten zu “These socks saved my life

    • Jetzt bin ich echt hin und her gerissen: ich möchte Dir zustimmen und gleichzeitig widersprechen. Auf der einen Seite nervt mich auch der Hype über diese ganzen hochfunktionellen „topinnovativen“ Produkte (gilt nicht nur für Outdoor-Equipment). Viele der Käufer kommen nie in ihrem Leben in Situationen, wo sie die wirklichen Vorteile dieser Produkte wirklich ausreizen (da nehme ich mich selbst in manchen Situationen gar nicht aus).
      Aber dennoch habe ich Momente erlebt, in denen ich echt froh war, einen gut durchdachten Rucksack auf dem Rücken, perfekt passende und gleichzeitig haltgebende Schuhe an den Füßen oder eben grüne Kompressionsstrümpfe zu haben. Und dabei meine ich nicht den Osterspaziergang mit den Großeltern! Außerdem hat das „glückliche“ Leben der Merino-Wolle-Schafe auch seinen Preis 😉

      Deshalb: Bewusster kaufen – lieber weniger, aber dann nachweislich gute Qualität.

      PS: Auch wenn Dich das sicher nicht überzeugt – ich bin aber trotzdem stolz, dass Du Dir nach der Disko oder dem Doppelkopfabend noch die Zeit für einen Kommentar genommen hast 😉

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  1. Pingback: Die drei !!! – Rucksackwahrheiten | St. Bergweh·

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