Snowboarding? Fucking sick!

Reden wir gar nicht so lange um den heißen Brei herum: Ein 29-jähriger Franzose hat mit The Eternal Beauty of Snowboarding den bisher wohl überraschendsten und gleichzeitig einen längst überfälligen Snowboardfilm an den Start gebracht. Sein Name: Jérome Tanon.

Jérôme Tanon bei der "Arbeit" (Foto: Jérôme Tanon)

Jérôme Tanon bei der „Arbeit“ (Foto: Jérôme Tanon)

Für mehr als zehn Jahre reiste er als Fotograf mit den besten Snowboardern der Welt um eben diese. Irgendwann stellte er sich die Frage:

„What the fuck are we doing here?“

Eine Frage, die wir uns wahrscheinlich alle (irgendwann einmal oder ständig) stellen (könnten). Zur Beantwortung schnallte sich Jérôme eine kleine Videokamera auf seinen Fotoapparat und filmte drei Jahre lang, was er fotografierte. Denn er wusste, dass es da was Schönes geben musste in all dem Irrsinn: Permanent durch die Welt jetten. Unmengen Sprit für Skidoos rausblasen. Immer wieder die gleichen Kicker bauen. Ohne Ende Sponsorengelder von den Energy Drink Herstellern verbraten. Gerülpse. Gepose. Gekotze. Gefurze.

Augenscheinlich nur Unfug im Kopf: Jérôme & Friends auf dem Weg zur nächsten Uno-Session (Foto: Jérôme Tanon)

Augenscheinlich nur Unfug im Kopf: Jérôme & Friends auf dem Weg zur nächsten Uno-Session (Foto: Jérôme Tanon)

Also begab sich Jérôme auf die Suche nach der wahren Schönheit des Snowboardens. Denn sie liegt nicht in der nächsten Gegenlicht-Slomo-Aufnahme. Nicht in der nächsten Ein-Helikopter-filmt-einen-Helikopter-der-einen-Helikopter-filmt-während-dieser-einen-Snowboarder-filmt-Einstellung. Und auch nicht in der nächsten pseudophilosophischen Off-Stimme in irgendeiner konstruierten Story – so wie wir sie im neuen Travis Rice, Brainfarm und Red Bull Mediahouse Streifen „The Fourth Phase“ gesehen haben, der es ja auch schon zu St. Bergweh Ruhm gebracht hat. Und er machte es auf die einzig richtige Art und Weise, ganz einfach indem er uns einen ehrlichen Blick in die Snowboardszene erlaubt und ermöglicht.

So sieht für Jérôme die wahre Schönheit von Snowboarden aus – mehr Beispiele im Film (Foto: Jérôme Tanon)

So sieht für Jérôme die wahre Schönheit von Snowboarden aus – mehr Beispiele im Film (Foto: Jérôme Tanon)

Damit Ihr Euch selbst ein Bild machen könnt, habe ich den kompletten Film direkt hier verlinkt. Es ist empfehlenswert, ihn zusammen mit Freunden zu schauen. Dann macht er gleich doppelt Spaß (Tipp für alle Hamburger: Am 14.12.2016 zeigen WeAre und Wild&Style den Film zusammen mit dem neuen Absinthe Films Streifen AfterForever im Rahmen der WeAre Snowboard Night im Abaton Kino.). Unten habe ich dann noch ein exklusives Interview mit Jérôme für Euch, mit einer klaren Antwort auf die Frage, ob Snowboarden diesen Film gebraucht hat. Und außerdem findet Ihr ganz zum Schluss nicht nur das obligatorische St. Bergweh Musikvideo, sondern noch ein fettes Zitat zum an die Schlafzimmerwand malen.

STB: What the fuck are you doing there – I mean, aren’t you killing yourself as a Snowboard photographer?
Jérôme: Not at all, it’s a dream job! It’s really hard to complain with a job like this. The only question is: Is it really usefull?

STB: When did you decide to make a movie to express your doubts about (professional) snowboarding?
Jérôme: Three and a half years ago and it was mid winter. As soon as I got the idea I bought the tiny handycam and started filming.

STB: What did your friends and some of the snowboard pros say about your movie?
Jérôme: All of them were super hyped. Their responses were amazing. Some were sending the film to their moms and they were saying now they finally understand us! All my friends were ok with me using controversial footage and gave me plenty of support actually.

Und so sieht in meinen Augen die wahre Schönheit von Snowboarden aus – weitere Beispiele hier auf St. bergweh oder in meinem Instagram-Stream (Foto: Jérôme Tanon)

Und so sieht in meinen Augen die wahre Schönheit von Snowboarden aus – weitere Beispiele hier auf St. bergweh oder in meinem Instagram-Stream (Foto: Jérôme Tanon)

STB: Did anyone from the industry or any snowboard pro break the friendship with you?
Jérôme: No. On the contrary! I received plenty of messages from pros I don’t know or industry people to congratulate me!

STB: Do you think snowboarding desperately needed it, that someone tells the truth about (professional) snowboarding?
Jérôme: Yes, I think so. I think the normal video filming and editing has gone very boring because very untrue, too prepared, we look like too much of heros. I’d like to see some roughness coming back. And edits made from the heart and not with huge money of energy drink sponsors.

STB: Do you have any advice to young snowboarders?
Jérôme: Not really. Maybe: Follow your heart!

STB: What are your future plans?
Jérôme: Like always this winter crews are gonna call me last minute to join trips here and there. Apart from that I’ll be trying to get some holidays, see some friends and work on my car and my boat.

STB: Thanks Jérôme for answering these questions and of course for the movie.

„But then, thinking about the age in which we live, where technology has brought triumph under the North Pole and on the Moon, but also fat and softness to many men, victims of too much comfort; I said to myself: After all, what is more beautiful today than still being able to run barefoot and do sommersaults in the fields?“ (Walter Bonatti, À mes montagnes)

Logischerweise kommt das obligatorische St. Bergweh Abschlussvideo wie Jérôme aus Frankreich und mit den besten Grüßen aus dem Norden in den Süden: Louise Attaque mit Du Nord au Sud

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