Nenn es Schicksal

Eigentlich kann es nur Mitleid gewesen sein. Anders kann ich mir das nicht erklären. Irgendjemand, der irgendwie scheinbar irgendwas am Verlauf der Dinge mitzubestimmen hat, konnte mich wohl nicht leiden sehen. Oder ist es ein Test? Oder eben einfach nur Schicksal… Jedenfalls sorgte es für die Ablenkung, die mich durch die nächsten Nächte gebracht hat.

Fangen wir aber von vorne an: Nachdem mein Geburtstags-Wochenende für mich persönlich eines der wohl schrecklichsten überhaupt gewesen ist, fand ich am nächsten Tag folgende, über meinen about.me Account zugestellte Email bei Google Mail:

„Hi bjoekoe,

You have a new message from nicky:

Hi, Bjorn, I hope you’re well! We’re trying to reach you as a finalist for our InstagramYourCity competition. Can you email me at …@crowdcentric.net Please note this is NOT public yet“

Mittlerweile ist es „public“ und einige von Euch können erahnen, was das bedeutet. Ich habe den InstagramYourCity-Fotowettbewerb gewonnen und starte nächste Woche Freitag Richtung Los Angeles, um dort an der Social Media Week 2012 #SWM12 teilzunehmen (jetzt ist der richtige Zeitpunkt, vor Neid zu erblassen und das Browser-Fenster zu schließen). 10.000 wirklich geile Bilder wurden wohl eingereicht mit wundervollen Storys dahinter. Gewonnen habe ich mit einem Schnappschuss einer Wand auf einem der unzähligen Flure des One80degrees Hostels in Berlin. Es ist eine Replik eines Spruchs, der eigentlich mal auf der Berliner Mauer zu finden war, und die Idee der Social Media Week und unserer Generation zu treffen scheint: „THE WORLD’S TOO SMALL FOR WALLS“.

Wandbild im one80degrees Hostel und gleichzeitig mein Ticket nach L.A. zur Social Media Week 2012

Von 24.-28. September sitze ich also in Kaliforniens Spätsommersonne (oder in viel zu stark klimatisierten Räumen) und checke aus, was die digitale Szene von L.A. umtreibt. Ich halte Euch natürlich hier und auf Twitter auf dem Laufenden.

Aber ich wäre nicht ich und St. Bergweh nicht St. Bergweh, wenn ich es dabei belassen würde. Ich liebe Gegenpole, Extreme, das Außergewöhnliche. Bevor ich mich also in den Großstadt-Jungle und die neue, digitale Welt stürzen werde, statte ich der analogen, alten Welt einen Besuch ab. Gleich nach meiner Ankunft am 14. September breche ich auf in Richtung das Sierra Nevada National Forest Wilderness Area. Mein Ziel ist der John Muir Trail – einer der weltweit coolsten Fernwanderwege in einer unglaublichen Natur. Ich werde ungefähr bei der Hälfte (ab Segment 5) einsteigen und Richtung Süden wandern. Das heißt: In ca. sieben Tagen will ich 110 Meilen (180km) zurücklegen, zu Fuß und bepackt mit Zelt, Schlafsack und ausreichend Trockennahrung gut verpackt im Bear Canister. Sieben Tage werde ich Gelegenheit haben, eine der beeindruckendsten Landschaften Nordamerikas zu durchwandern. Sieben Tage werde ich Rückenschmerzen, Blasen an den Füßen und Muskelkrämpfe ertragen müssen. Sieben Tage werde ich Zeit für mich und meine Gedanken haben. Sieben Tage werde ich alleine auf mich gestellt sein in einer wilden Natur und zwischen den schneebedeckten Gipfeln der umliegenden Berge. Sechs Tage lang werde ich den siebten Tag herbeisehnen. Spätestens am siebten werde ich mir wünschen, dass ich noch sechs vor mir habe. Habe ich dann aber nicht, sondern nur noch den 4.421m hohen Mt. Whitney, den höchsten Berg der USA, wenn man mal Alaska außen vor lässt. Da will ich zum Abschluss hoch – na weil das doch klar ist.

Da es auf so einem Trail aber auch ganz schön einsam sein kann, würde ich mich freuen, wenn mich so viele Leute wie möglich begleiten – rein virtuell natürlich. Auf Pinterest findet Ihr zum Beispiel meine Packing List für den Hike auf dem John Muir Trail. Auf Twitter werde ich über die gesamten zwei Wochen regelmäßig posten, wie es mir so ergeht. Bei Instagram findet Ihr sicher das eine oder andere traumhafte Bild. Ausführliche Berichte lest Ihr dann wie gewohnt hier. Und wenn Ihr denkt, dass könnte noch andere interessieren, dann teilt St. Bergweh mit Euren Freunden – wie das geht, wisst Ihr 😉

PS: Ich werde für den Hike auf dem John Muir Trail im Übrigen von dem Outdoor-Onlineshop bergfreunde.de sowie von Panasonic mit Equipment unterstützt, um zum Beispiel einen UV-Wasserdesinfizierer, ein Ultra-Leichtzelt und eine Kamera unter „Extrem“-Bedingungen zu testen. Mehr dazu lest Ihr dann natürlich auch hier.

PPS: Um noch einmal kurz auf das Schicksal zu sprechen zu kommen: Die Freude auf dieses unvorhergesehene Abenteuer, die damit verbundenen langen Nächte der Planung und Vorbereitung, aber auch das Gefühl, dass da immer auch Licht ist, wo es Schatten gibt, waren mir in den letzten Wochen eine große Hilfe. Vielleicht hat St. Bergweh ja tatsächlich einen eigenen Schutzpatron und es ist auch kein Zufall, das ich in die Stadt der Engel reise? We’ll see…

9 Antworten zu “Nenn es Schicksal

  1. ich hätte den browser schliessen sollen, als du es mir empfohlen hast. richtig neidisch bin ich dann bei deiner tour-planung geworden…. ich wünsch dir ganz viel spaß und freu mich auf viele, tolle berichte!!!

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  2. Pingback: John Muir Trail 2012 « St. Bergweh·

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