Öffentlicher Abschiedsbrief

Ist schon komisch: Kaum warst Du da, bist Du schon wieder weg. Naja, nicht richtig weg, aber irgendwie raus aus meinem Leben, in das Du so unverhofft an einem diesigen Tag im Herbst 2006 gestolpert bist. War ich doch selbst noch neu in der Stadt. Gerade erst aus München von den geliebten Bergen ins wunderbar ehrliche, aber flach-graue Hamburg gezogen. So warst Du vom ersten Tag an ein kleiner Lichtblick – so eine Art seltener Sonnenschein im Alltag. Den man, weil er eben in Hamburg so selten ist, ganz besonders zu schätzen weiß.

Ich gebe zu, unsere Beziehung war nicht perfekt. Ich habe Dich nicht immer so behandelt, wie Du es eigentlich verdient hast. Das merke ich leider erst jetzt. Jetzt, wo feststeht, dass Du nicht mehr da bist – für mich nicht mehr da sein wirst. In den Momenten, in denen die Leidenschaft und Sehnsucht in meinem Herzen mal wieder größer ist als die Vernunft im Kopf. Wir hätten mehr Zeit miteinander verbringen sollen, dann wäre das alles vielleicht nicht passiert. Diese Erkenntnis kommt zu spät, ich weiß. Natürlich lag es nicht nur an mir. Aber eben auch irgendwie. Und dafür möchte ich mich bei Dir entschuldigen.

Und ich möchte auch Entschuldigung sagen für meine Unehrlichkeit, für etwas, das ich Dir nie erzählt habe. Weil ich mich nicht traute oder schämte oder weil ich einfach Angst vor Deiner Reaktion hatte. Ich weiß es nicht. Ich finde aber, spätestens jetzt ist der Moment gekommen, wo ich reinen Tisch machen muss: Ich habe Dich betrogen. Und das nicht nur einmal. Aber es war keine Liebe. Nicht so wie bei Dir. Eher so eine Art Zweckbeziehung – die Suche nach der Abwechslung, nach dem Unerlaubten, nach dem Grenzen überschreiten. Vielleicht hast Du es ja bereits geahnt, ich weiß es nicht. Es war aber wirklich nie das gleiche Gefühl, wie bei uns beiden. Dieses Kribbeln im Bauch, wenn ich Dich nur auf der anderen Straßenseite gesehen habe – auch nur für einen Moment – sich unsere Blicke trafen. Und wenn wir dann zusammenkamen: Du mich erst mit Deiner ungewöhnlichen Kälte empfingst, um dann aufzutauen und mich irgendwann schweißgebadet aus Deinen Armen zu entlassen. Es waren Momente des Glücks. Wilde Stunden, in denen nichts anderes zählte, als wir beide. Ein auf und ab der Gefühle. Danach kam immer die Ernüchterung, aber es war klar, dass wir uns wiedersehen – zwar ungewiss, wann, aber sicher, dass.

Deshalb möchte ich Dich bitten – auch wenn Du Deine Entscheidung endgültig getroffen zu haben scheinst: Bitte denke auch ab und an mal an die schöne Zeit, die wir gemeinsam hatten. Vielleicht überlegst Du es Dir ja noch einmal. Ich werde zwar auch zukünftig kein anderer Mensch sein – da bin ich ganz ehrlich. Aber ich werde mehr zu schätzen wissen, was Du mir bedeutest, und Dich das auch spüren lassen. Also melde Dich bei mir, falls Du mir irgendwann noch einmal eine Chance geben willst.

Liebe Skihalle in Bispingen, I MISS YOU…

Snow Dome Bispingen am vorletzten Tag: Geschlossen wegen fehlendem Geld für notwendige Sanierungen ab 1. April 2013

Snow Dome Bispingen am vorletzten Tag: Geschlossen wegen fehlendem Geld für notwendige Sanierungen ab 1. April 2013

10 Antworten zu “Öffentlicher Abschiedsbrief

    • Danke für die Anteilnahme Bahnsi 😉 Aber so kurz nach der Trennung gleich bei der Nächsten einziehen, nur um was Neues zu haben – das ist nicht so mein Ding 🙂

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